Was genau ist ein diffuser Haarausfall?

Ein diffuser Haarausfall wird in Fachkreisen auch diffuse Alopezie genannt und ist im Grunde keine alleinige Krankheit. Viel mehr ist es ein Hinweis auf eine bereits bestehende Erkrankung oder auch einer gesundheitlichen Belastung.

Generell durchläuft unser Haar seinen eigenen Zyklus mit verschiedenen Phasen des Wachstums. Wenn dieser Zyklus beendet ist, fällt das Haar aus und wächst nach einer kurzen Ruhepause wieder nach.

Wenn genau dieser Rhytmus durch etwas gestört ist, kommt es zum diffusen Haarausfall. Die Auslöser können sehr unterschiedlich und vielfältig sein.

Die Wachstumszyklen der Haare

Unsere Haarwurzeln durchlaufen im Laufe ihrer Existenz fast 20 Zyklen, welche sich aus 3 Hauptphasen zusammensetzen:

Anagenphase (Wachstumsphase)

Diese Phase dauert bis zu 6 Jahren. Die Haare werden in der Kopfhaut gebildet und entfalten sich in ihrer Größe. Grundsätzlich befinden sich ca. 85% aller Kopfhaare in dieser Phase.

Katagenphase (Übergangsphase)

Die Zeit dieser Phase beträgt ungefähr zwei Wochen. Wie der Name schon vermuten lässt, befinden sich die Haare in einem Übergang. Sie stellen das Wachstum ein und es kommt damit zum Absterben. Das Haar wächst nicht mehr weiter. Ungefähr ein Prozent unserer Haare befinden sich in dieser Phase.

Telogenphase (Ruhephase)

Das alte Haar wird vom nachwachsenen nach außen geschoben und fällt somit aus. Ganz grob kann gesagt werden, dass sich ca. 15% der Haare in dieser Phase befinden, welche letztlich zwischen 2 und 4 Monaten dauert.

Welche Ursachen kann eine diffuse Alopezie haben?

Generell gibt es eine Vielzahl von Ursachen, welche zum diffusen Haarausfall führen können. Ein Infekt, verbunden mit hohem Fieber und auch Operationen mit einer Vollnarkose können begünstigend für den Ausfall wirken.

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Die Veränderungen im Körper selbst können die Anagenphase (Wachstumsphase) zahlreicher Haarfollikel unterbrechen. Es kommt zu einem temporären Haarausfall. Dieser reguliert sich mit der Zeit wieder von selbst.

Unsere Haarfollikel zählen zu den teilungsaktivsten Zellen des Körpers. Natürlich ist dafür ein hoher Stoffwechselumsatz erforderlich. Eine ausgewogene Ernährung aus Proteinen, Kohlenhydraten sowie Fetten, Spurenelementen und Vitaminen ist Pflicht.

Von einigen Substanzen kann der Körper keine Depots bilden. Aus diesem Grund kann es bei einem Mangel zum diffusen Haarausfall kommen.

Pflegefehler

Durch eine übertriebene Haarpflege kann es zu einer Schädigung des Haares kommen. Hierzu zählen zum Beispiel heißes Föhnen, Lockenstab, Dauerwelle oder auch häufiges Färben. Es kann so weit kommen, dass das Haar spröde wird oder einfach abbricht.

Stress

Zahlreiche Studien haben bewisen, dass übermäßiger Stress unter anderem auch zu Haausfall führen kann.

Diffuse Alopezie in der Schwangerschaft

In einer Schwangerschaft verändert sich der weibliche Hormonhaushalt enorm. Hormone sind Botenstoffe, welche im Körper zahlreiche Aufgaben wahrnehmen. Viele zukünfige Mütter erfreuen sich in dieser Zeit an ihrem gesunden und dichten Haar.

Die Schwangerschaft verlängert die Anagenphase (Wachstumsphase). Direkt nach der Geburt ist genau das Gegenteil der Fall. Durch die hormonelle Umstellung kommt es dazu, dass die Haare über den gesamten Kopf stärker ausfallen als vorher.

Natürlich ist das für manche Frauen erschreckend, doch nach kurzer Zeit pendelt sich der Hormonhaushalt wieder ein.

Prinzipiell kann auch der Wechsel der Anti Baby Pille oder das absetzen der Pille zu einer hormonellen Veränderung führen und somit den Haarausfall begünstigen.

Funktion der Schilddrüse

Die Schilddrüse ist unumstritten ein wichtiges Stoffwechselorgan. Wenn diese gestört ist, kann sich das tatsächlich sogar beim Haar bemerkbar machen. Unsere Schilddrüse produziert primär zwei Hormone.

Das erste ist das T3 (Trijodthyronin) und das zweite das T4 (Tetrajodthyronin). Beide Hormone erfüllen im Körper absolut wichtige Funktionen.

Schilddrüsenüberfunktion

Von einer Schilddrüsenüberfunktion spricht man, wenn der Körper ganz einfach zu viele Hormone in der Schilddrüse herstellt. Durch diese Überfunktion wird das Haarwachstum beschleunigt.

Prinzipiell tritt das Haar viel früher in die Telogenphase (Ruhephase) ein. Die Haare erscheinen dadurch brüchiger, dünner und können nur eine geringe Länge erreichen.

Schilddrüsenunterfunktion

Bei einer Schilddrüsenunterfunktion kann es zu einer Vergrößerung der ganzen Schilddrüse kommen. Die Ursache ist ganz oft ein Jodmangel. Trotzdem wird aber noch die richtige Menge an Hormonen produziert.

Die Symptome eine Unterfunktion können neben den typischen Anzeichen wie Antriebsarmut, Hauttrockenheit und Kälteempfindlichkeit eben auch zu brüchigen Haaren führen. Diese erscheinen matt und stumpf.

Des Weiteren kann auch die Haardichte und der Haardurchmesser vermindert sein.

Diffuse Alopezie durch Eisenmangel

Als mögliche Ursache für den diffusen Haarausfall kommt auch ein Eisenmangel in Betracht. Die Ursachen von Eisenmangel können recht vielfältig sein.

Ursachen für einen Eisenmangel

  • Generell erhöhter Eisenbedarf
  • Wachstumsalter
  • Schwangerschaft
  • Ungenügende Zufuhr durch die Nahrung
  • Verminderte Eisenaufnahme über den Magendarmtrakt
  • Blutverluste über den Magendarmtrakt

Vergiftungen und/oder Medikamente

Unter anderem können auch Cholesterinsenker sowie Betablocker und/oder diverse Medikamente zur Blutverdünnung auch Nebenwirkungen hervorrufen. Eine davon kann eine diffuse Alopezie sein.

Chemotherapie

Eine solche Therapie kann zu einem diffusen Haarausfall führen. Es muss nicht so sein, kann es aber. Hier können sogar Wimpern, Augenbrauen und Körperhaare betroffen sein.

Diese fallen bereits einige Tage oder Wochen nach Beginn der Therapie aus oder brechen einfach über der Kopfhaut ab. Nach Beendigung der Therapie wachsen die Haare in der Regel wieder normal nach.

Generell kommt es bei der Krebstherapie vor, dass die eingesetzten Medikamente die Haare verändern. Sie werden schütterer und fangen an auszufallen, bis die Therapie(n) beendet sind.

Nährstoffmangel

Generell liegt eine Mangelernährung vor, wenn sie nicht ausgewogen ist. Die Definition von nicht ausgewogen ist natürlich umstritten.

Sogenannte Crash Diäten, Anorexie und auch Bulimie können einen Nährstoffmangel hervorrufen. Durch diesen Mangel kann es zum Haarausfall kommen.